Gold-Hausse: "Furcht vor Systeminstabilität"

Obwohl die konjunkturellen Aussichten sich aufhellen, steigt der Preis des Kriseninvestments Gold weiter und markiert aktuell ein neues Hoch. Mit 1117 Dollar kostet die Feinunze am Mittwoch so viel wie noch nie. Doch geht das so weiter? Fünf Fragen an Christoph Eibl, Rohstoffexperte von Tiberius Asset Management.
mm.de: Wie lange dürfte der Goldpreis noch steigen?
Eibl: Betrachtet man Gold als reinen Rohstoff, wie Kupfer oder Öl, so würde man Gold Chart zeigen aktuell sicherlich nicht favorisieren, da sich die Goldproduktion im Überschuss befindet und die überirdischen Goldbestände verglichen mit anderen Rohstoffen astronomisch sind. Daher muss Gold viel stärker aus der monetären Perspektive betrachtet werden, was der Markt auch derzeit tut.
Gold wird gekauft aus Furcht vor Systeminstabilität oder ausufernder Inflation. Die jüngsten Goldpreisbewegungen sind sicherlich auch auf eine neue Käufergruppe zurückzuführen, die aus technischer Sicht Gelder im Goldmarkt platziert. Solange sich diese Vorzeichen nicht ändern, wird der Goldpreis weiter steigen.
mm.de: Worin liegen in Ihren Augen die Treiber? Und welche Rolle spielt der schwache Dollar?
Eibl: Mittlerweile sind mehr als 1500 Tonnen Gold in ETFs und ETCs allokiert. Betrachtet man hierzu noch die Nettopositionen der spekulativen Marktteilnehmer an der US-amerikanischen Börse Comex, so scheint klar, dass Spekulanten und Investoren die Preistreiber sind.
Gründe für den Kauf liegen zum einen in der Wahrnehmung eines weiter schwächelnden US-Dollars und des technisch intakten Chart-Bilds. Solange es die US-Regierung nicht schafft, ein stabiles Vertrauen für ihre Währung auszubauen, so lange wird auch der Goldpreis steigen.

Tim Taler meint:

Klar, das habe ich verstanden. Der Goldpreis steigt, weil das Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft weltweit schwindet. Was ist aus dem Barack Obama- Effekt geworden? Wir können nur hoffen, dass sich die amerikanische Wirtschaft schnell erholt. Dann erholt sich auch der Dollar, der Euro verlässt sein zu hohes Niveau und die Exporte aus dem Euroraum werden wieder anziehen.- Und der Goldpreis pendelt sich wieder auf sein Normalniveau ein.

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