Dämpfer für die Konjunktur: Marktforscher registrieren schwache Nachfrage
Der Aufschwung lässt schon wieder nach: Dienstleistungsfirmen berichten über eine gedämpfte Nachfrage, laut Marktforschern verdüstern sich die Aussichten erneut. Die Bürger werden trotzdem optimistischer - mittlerweile glauben 34 Prozent der Deutschen, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse bessern.
Der Aufschwung bei den deutschen Dienstleistern hat im Oktober an Tempo verloren. Die Firmen berichteten über eine gedämpfte Nachfrage und eine nur schleppend in Gang kommende Konjunktur, teilte das Marktforschungsinstitut Markit am Mittwoch mit.
Die Forscher hatten für ihre Umfrage etwa 500 Firmen aus der Branche befragt. Demnach bewerteten die Unternehmen ihre Aussichten nicht mehr so optimistisch wie in den Vormonaten. Immerhin: Ihre Gewinnsituation habe sich leicht verbessert.
Der Markit-Einkaufsmanagerindex fiel von 52,1 Zählern im September auf 50,7 Punkte und lag damit nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Das Barometer signalisierte bereits den dritten Monat in Folge anziehende Geschäfte, diesmal sogar in allen sechs Service-Bereichen. Die Aufträge legten sogar so stark zu wie seit 15 Monaten nicht. "Zahlreiche Firmen gaben allerdings an, dass dies teilweise nur durch zusätzliche Preisnachlässe erreicht werden konnte", schreiben die Forscher.
Hoteliers und Gastwirte streichen Stellen.
Angesichts der belebten Nachfrage bauten die Firmen unter dem Strich keine Stellen ab. Allerdings gab es kein einheitliches Bild: So fielen bei Hoteliers und Gastwirten sowie in der Transportbranche am häufigsten Arbeitsplätze weg, auch die Finanzbranche strich Jobs. Begründet wurde dies mit Überkapazitäten. Dagegen stellten die Firmen neue Mitarbeiter ein, die Expansionspläne hegten.
Die Aussichten für die kommenden zwölf Monate beurteilten die Firmen überwiegend optimistisch, wenn auch nicht mehr ganz so zuversichtlich wie in den vergangenen beiden Monaten. "Die Firmen mit positivem Ausblick gründen ihre Hoffnungen auf eine generelle Konjunkturbelebung, in deren Fahrwasser es ihnen auch gelingen sollte, weitere Neu- und Folgeaufträge an Land zu ziehen", schrieben die Forscher. Zudem verbesserte sich die Gewinnsituation der Firmen per saldo erstmals seit zwei Jahren wieder, nachdem die Erträge zu Jahresbeginn eingebrochen waren.
Die Zahl der Pessimisten sinkt.
Rund 22 Prozent der befragten Manager berichteten von einer besseren Profitabilität als vor drei Monaten, 19 Prozent von einer schlechteren. Bei vielen Firmen litten die Margen aber unter den anhaltenden Preisnachlässen.
Optimistisch zeigen sich unterdessen die Bundesbürger. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für den "Stern" glauben jetzt 34 Prozent der Deutschen, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse verbessern werden. Im Januar waren nur 27 Prozent davon überzeugt.
Allerdings ist immer noch eine knappe Mehrheit von 35 Prozent der insgesamt 2503 Befragten der Meinung, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern wird. Im Januar hatte der Anteil der Skeptiker mit 48 Prozent aber noch deutlich höher gelegen.
Tim Taler meint:
Na ja, so einfach kommen wir wohl doch nicht aus der Krise. Ich denke aber, für die nächsten zwei Monate sind wir noch auf der positiven Seite. Dann kommt der Januar und damit dann auch die Stunden der Wahrheit. Mit dem weiteren Ansteigen der Arbeitslosigkeit im Frühjahr 2010 wird sich das Konsumverhalten deutlich verschlechtern. Also rücken wir alle ein bisschen näher zusammen und stehen die Konsumdelle gemeinsam durch. Es kann nur besser werden.


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