Krisenbarometer: Deutsche und Inder zerren am Goldpreis

Die Nachfrage nach dem Edelmetall für die Schmuckherstellung geht massiv zurück. Ein Grund ist der ausbleibende Monsun in Südasien. Doch der Preis bricht nicht ein. Denn Investoren langen zu wie selten - vor allem deutsche.
Die Rezession drückt die Nachfrage nach Gold: Im zweiten Quartal sei sie um fast neun Prozent auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gefallen, teilte die Industrievereinigung World Gold Council am Mittwoch mit. Hintergrund war demnach ein deutlicher Rückgang des Bedarfs für die Schmuckherstellung sowie die Industrieproduktion.
Abgefedert wurde die Entwicklung allerdings durch die weiter hohe Nachfrage nach Gold als Anlageklasse. Seit Beginn der Krise gewinnt das Edelmetall als vermeintlich sicheres Investment an Bedeutung. Zudem wird Gold traditionell als Absicherung gegen einen Anstieg der Inflation angesehen - Sorgen um die Teuerungsrate haben angesichts großer Konjunkturprogramme und wachsender Verschuldung von Staaten zugenommen.
Gold-Investitionen machen mittlerweile rund die Hälfte der Käufe aus. "Die Nachfrage nach Investments ist ein Polster, und wir erwarten, dass das so bleibt", sagte Rozanna Wozniak vom World Gold Council. Die verschiedenen Nachfragequellen ergänzten sich zunehmend, was eine positive Entwicklung sei.
Der Goldpreis verhält sich seit Monaten recht tabil. Eine Feinunze (31,1 Gramm) zur Sofortlieferung kostet derzeit 934,15 $. Ein Rekordhoch hatte der Preis im Februar mit 1006,29 $ erreicht. Seitdem wurde die Unze nie mehr unter 850 $ gehandelt. Zuvor hatte Gold eine jahrzehntelange Baisse erlebt.
Die Nachfrage fiel von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent auf 719,5 Tonnen. Auslöser waren Schmuckhersteller, die 22 Prozent weniger nachfragten und die Industrie mit einem Minus von 21 Prozent. Industrieunternehmen kauften allerdings angesichts der leicht aufgehellten Konjunktur 18 Prozent mehr als im ersten Quartal.

Tim Taler meint:

Na gut, die Schmuckhersteller haben im Moment eher etwas weniger zu arbeiten. Für uns ist es aber viel wichtiger, dass der Goldpreis einigermaßen stabil bleibt und so unsere Währungen stützt. Wenn ich die Nachricht richtig deute,
findet jetzt keine Flucht ins Gold als Anlageform statt, sondern wird das Gold als eine von mehreren Anlagemöglichkeiten in den Depots genutzt. So soll es auch sein.

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