"Das Casino hat die Türen weit offen"
Die Banken haben aus der Finanzkrise "nichts gelernt": Mit dieser Kritik beweisen Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) und der Deutsche Gewerkschaftsbund seltene Einigkeit. Die Gewerkschafter fordern eine Börsenumsatzsteuer, um die Spekulation im Zaum zu halten, die Ministerin kündigt immerhin ein Informationsblatt an.
Politiker und Gewerkschaften werfen den Banken vor, aus der Finanzkrise keinerlei Lehren gezogen zu haben. "Einige haben aus der Krise ganz offensichtlich nichts gelernt", sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner der "Süddeutschen Zeitung". Die Mitarbeiter in den Filialen würden zum Teil noch stärker unter Druck gesetzt als vor der Krise.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte, das "globale Finanzcasino" habe "die Türen schon wieder weit offen". Aigner monierte, dass die Bankmitarbeiter bereits wieder "möglichst viele Produkte verkaufen" sollten. "Man hat offenbar nicht verstanden, dass es darum geht, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen."
Es sei zwar legitim, wenn die Banken sich Renditeziele setzten und "diese Ziele von oben nach unten weiterreichen". Aber daraus dürften keine konkreten Verkaufsvorgaben für den einzelnen Mitarbeiter entstehen, sagte die CSU-Politikerin.
Es sei falsch, den Bankangestellten im Einzelnen vorzuschreiben, wie viele Zertifikate und wie viele Bausparverträge sie pro Woche verkaufen müssten. Solche Zielvorgaben verhinderten nur, dass den Kunden das für sie am besten geeignete Produkt verkauft werde.
Tim Taler meint:
Wenn man auf der einen Seite liest, dass die Banken nicht mehr bereit sind, die Wirtschaft bei der Realisation neuer Projekte zu unterstützen aber auf der anderen Seite dieselben Banken wieder mit Zertifikaten und Bausparverträgen in den Markt drängen, kann man nur noch den Kopf schütteln. Die Mitarbeiter dieser Häuser müssen sich fragen lassen, ob sie jetzt auch mal eine persönliche Verantwortung übernehmen, wenn solche Produkte weiter vermarktet werden. Oder warten dann die Herren Banker wieder auf die Steuerzahler?


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